Waldläufer

Das Projekt „Waldläufer“ im Bezirk Pankow, in Panketal-Hobrechtsfelde sowie im Bezirk Spandau-Pichelswerder, gefördert durch Berliner Forsten und dem Jobcenter Pankow sowie Spandau.
 

Das Projekt „Waldläufer:innen Wildschutz“ gefördert durch Berliner Forsten. 

Aufklärungsarbeit zur Akzeptanzsteigerung

Immer wieder ist zu bemerken, dass die Berliner*innen ein besonderes Bedürfnis verspüren, sich mit Tieren auseinanderzusetzen. Sei es nun, dass sie sich selbst ein Tier anschaffen oder sich zu Wildgehegen oder Streichelzoos begeben. Das Tier bekommt den Stellenwert eines exklusiven Ausflugsinhaltes, übt eine enorme Anziehung aus oder wird sogar zum Partner- oder Kinderersatz.

Dementsprechend verhalten sich die Berliner*innen auch dem Tier oder gemeinsam mit dem Tier, in diesem Falle meistens der Hund, der Natur und Umwelt gegenüber. 

Vor dem Wildgehege möchte man sich aktiv um das Tier kümmern, so wird gefüttert, durch den Zaun gestreichelt oder vor dem Zaun verschönernd gestaltet. Bei begehbaren Gehegen auf Beweidungsflächen werden die Tiere mit Futter angelockt, hier besteht die Möglichkeit, dem Tier ohne Zaun sehr nahe zu sein – eine echte Faszination, leider oft mit fatalen Folgen. So hat sich manches Tier bereits vom Weiden abgewendet und wartet auf den Futtergeber. Kommt dieser nicht, fordert es sein Futter von „einfachen“ Spaziergängern ein. Eine Begegnung, die nicht immer harmonisch verläuft. Oder das Wildtier hat zu viele Äpfel und Möhren gegessen, bekommt starke Bauschmerzen oder verstirbt sogar.

Wer einen Hund besitzt...

... geht raus in den nahen Park oder Wald. Der Hund braucht Auslauf, muss spielen und für sein Sozialverhalten andere Hunde treffen. So wird manche Liegewiese zum Hundetobe- und leider auch Hundekotplatz, spielende Kinder und erholungssuchende Erwachsene verdrängt. In den Hundeauslaufgebieten im Wald erwartet den Hund ein echtes Outdoorevent, schnüffelnd rennt er durchs Unterholz, immer einer Spur hinterher. Raschelt es im Gebüsch, ist sein Spürsinn geweckt und so manches Wildschwein ebenso. 


Verantwortungsbewusste Hundebesitzer sammeln den Kot des Hundes selbstverständlich ein, leider landen die verschlossenen Plastiktüten oft im nächsten Gebüsch oder werden, damit die Wildschweine die Tüten nicht wieder aufreißen, “verantwortungsbewusst“ an einen Ast oder Baum geknüpft, zur „Freude“ passierender Waldbesucher… 

Eine unbefriedigende Situation für alle. Immer wieder ist zu bemerken, dass die Städter sehr wenig über wildlebende Tiere und Naturräume, speziell über den Stadtwald und den Umgang mit diesem, wissen. Ein Ansatz des Projektes ist es, Informationen zielgruppengerecht aufzubereiten und zu vermitteln. Somit soll das vorgeschlagene Projekt auch die Handlungskompetenzen verbessern (im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung). 

Zielgruppe erreichen

Um die Zielgruppen zu erreichen, gehen wir dorthin, wo sie ihre Freizeit verbringen. Wir liefern Informationen und beantworten den Waldbesuchern Fragen, die sie in ihrem Umfeld direkt betreffen. 


Mitarbeiter*innen der Grünen Akademie Berlin-Brandenburg e.V. werden durch die betroffenen Erholungsgebiete gehen und zu den Erholungssuchenden Kontakt aufnehmen. Diese Kontaktaufnahme geschieht zunächst nicht aktiv, sie soll eher durch ein freundliches Zugewandsein geschehen. Die Erholungssuchenden sollen die Waldläufer*innen als dazugehörig wahrnehmen. Durch regelmäßige Teammeetings und –trainings werden die Waldläufer*innen auf den Einsatz vorbereitet, Situationen nachbesprochen und Verhaltensweisen trainiert. Auf diese Weise soll eine freundliche und deeskalierende Kommunikation mit den Besuchern gewährleistet werden.

Damit die Mitarbeiter*innen der Grünen Akademie Berlin-Brandenburg e.V. effektiv und nachhaltig beraten und informieren können, soll spezielles Informationsmaterial erarbeitet werden. Aufwendige Informationsflyer sind hier eher hinderlich. Peppige Kurzinformationen zum richtigen Verhalten, dazu einige Infotafeln am Wegesrand. Weitere Öffentlichkeitsarbeit durch Informationsstände bei Brennholztagen, Langer Tag der Stadtnatur, Familienfesten etc., sollen den Waldbesuchern das Verständnis erleichtern. 

Frau bei der Arbeit im Grünen
Plakat Hundehaufen entsorgen
Frau bei der Arbeit im Grünen